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Parallellesung der Bibel

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Auflage 2017

Hoffnung für Alle

  • Da antwortete Ijob und sprach:
  • Da erwiderte Hiob:
  • Hört, hört doch auf mein Wort, das wäre mir schon Trost von euch.
  • »Ach, hört mir doch einmal zu! Damit würdet ihr mich trösten!
  • Ertragt mich, sodass ich reden kann. Habe ich geredet, dann könnt ihr spotten.
  • Ertragt mich, wenn ich rede, und spottet hinterher weiter, wenn ihr wollt!
  • Richte ich an Menschen meine Klage, habe ich nicht Grund zur Ungeduld?
  • Ich trage doch meine Klage nicht einem sterblichen Menschen vor, darum habe ich allen Grund, ungeduldig zu sein!
  • Wendet euch mir zu und erstarrt und legt die Hand auf den Mund!
  • Seht mich an! Lässt euch dieser Anblick kalt? Verschlägt es euch da nicht die Sprache?
  • Denke ich daran, bin ich erschreckt und Schauder packt meinen Leib.
  • Ich bin bis ins Innerste aufgewühlt, ich zittere am ganzen Leib, wenn ich über dieser Frage grüble:
  • Warum bleiben Frevler am Leben, werden alt und stark an Kraft?
  • Warum bleiben die Gottlosen am Leben, werden alt und immer mächtiger?
  • Ihre Nachkommen stehen fest vor ihnen, ihre Sprösslinge vor ihren Augen.
  • Ihre Kinder wachsen heran, und auch ihre Enkel haben sie ständig um sich.
  • Ihre Häuser sind in Frieden, ohne Schreck, die Rute Gottes trifft sie nicht.
  • Gott hält jedes Unglück von ihren Häusern fern; so leben sie in Frieden, ohne Angst.
  • Ihr Stier bespringt und fehlt nicht, die Kühe kalben und verwerfen nicht.
  • Ihr Stier deckt die Kühe auf der Weide, und diese kalben ohne Fehlgeburt.
  • Wie Schafe treiben sie ihre Kinder aus, ihre Kleinen tanzen und springen.
  • Ihre Kinder spielen draußen; sie springen herum wie die Lämmer, die Jüngsten tanzen fröhlich umher.
  • Sie singen zu Pauke und Harfe, erfreuen sich am Klang der Flöte,
  • Man singt zu Tamburin und Laute und feiert beim Klang der Flöte.
  • sie bringen hin ihre Tage im Glück und fahren voll Ruhe hinab ins Totenreich.
  • Sie verbringen ihre Jahre glücklich und zufrieden und sterben einen sanften Tod.
  • Und doch sagten sie zu Gott: Weiche von uns! Deine Wege wollen wir nicht kennen.
  • Und Gott? ›Lass mich in Ruhe!‹, sagen sie zu ihm. ›Ich will von dir nichts wissen und nicht den Weg gehen, den du mir zeigst!
  • Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen, was nützt es uns, wenn wir uns an ihn wenden?
  • Wer ist schon Gott, dass ich ihm dienen sollte, was bringt es mir, wenn ich zu ihm bete?‹ —
  • Doch in ihrer Hand liegt nicht das Glück, der Frevler Denkart ist mir fern.
  • Und doch: Ihr Glück liegt nicht in ihrer Hand. Von ihren üblen Reden halte ich mich fern! —
  • Wie oft erlischt der Frevler Lampe, kommt Unheil über sie, teilt er Verderben zu in seinem Zorn?
  • Wie oft geschieht’s denn, dass ihr Licht verlöscht, das Licht der Menschen, die Gott verachten? Wie oft holt sie das Unheil ein? Wann trifft sie jemals Gottes Zorn?
  • Wie oft werden sie wie Stroh vor dem Wind, wie Spreu, die der Sturm entführt?
  • Wann endlich sind sie wie Spreu im Wind, wie ein Strohhalm, den der Sturm wegwirbelt?
  • Spart Gott sein Unheil auf für dessen Kinder? Ihm selbst vergelte er, dass er es spürt!
  • Ihr sagt: ›Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Gott straft stattdessen ihre Kinder!‹ Nein! Sie selbst sollen Gottes Strafe spüren!
  • Mit eigenen Augen soll er sein Unglück schauen, vom Grimm des Allmächtigen soll er trinken.
  • Mit eigenen Augen sollen Übeltäter ihr Verderben sehen, vom Zorn des Allmächtigen bis zur bitteren Neige kosten!
  • Denn was kümmert ihn sein Haus, wenn er dahin ist, wenn abgeschnitten seiner Monde Zahl?
  • Denn was kümmert sie das Schicksal ihrer Kinder, wenn ihr eigenes Leben abgelaufen ist?
  • Darf man Gott Erkenntnis lehren, ihn, der die Erhabenen richtet?
  • Gott richtet selbst die höchsten Engel. Wer unter uns will ihn da noch belehren?
  • Der eine stirbt in vollem Glück, ist ganz in Frieden, sorgenfrei.
  • Der eine stirbt, noch voll bei Kräften, hat sicher und sorglos gelebt.
  • Seine Schenkel sind voll von Fett, getränkt mit Mark sind seine Knochen.
  • Seine Melkeimer flossen stets über von frischer Milch; er selbst war gesund und wohlgenährt.
  • Der andere stirbt mit bitterer Seele und hat kein Glück genossen.
  • Der andere stirbt einsam und verbittert, er hat sein Leben lang nicht eine Spur von Glück gesehen.
  • Zusammen liegen sie im Staub und Gewürm deckt beide zu.
  • Nun liegen sie beide unter der Erde, werden beide von Würmern zerfressen!
  • Seht, euer Denken kenne ich wohl, die Ränke, die ihr sinnt gegen mich.
  • Ich weiß genau, was ihr jetzt denkt, mit welchen Vorurteilen ihr mir unrecht tut!
  • Ihr sagt: Wo ist das Haus des Edlen und wo das Zelt, in dem Frevler wohnen?
  • Ihr sagt: ›Wo ist es geblieben, das Haus des Tyrannen? Von der Bleibe der Gottlosen ist nichts mehr zu sehen!‹
  • Habt ihr nie die fahrenden Leute befragt und nicht ihre Zeichen genau beachtet?
  • Doch habt ihr noch nie mit Reisenden gesprochen, die weit herumgekommen sind, und noch nie gehört, was sie erzählten:
  • Dass am Unglückstag der Böse verschont wird, weggebracht am Tag des Zorns.
  • dass der Böse verschont wird, wenn Gott in seinem Zorn Gericht hält? Er kommt mit heiler Haut davon!
  • Wer hält ihm seinen Lebenswandel vor, was er getan hat, wer vergilt es ihm?
  • Wer sagt ihm ins Gesicht, was er getan hat? Wer bestraft ihn, wie er es verdient? Keiner!
  • Er aber wird zur Gruft geleitet, bei seinem Grab hält man die Wacht.
  • Nach seinem Tod wird er mit allen Ehren beigesetzt; an seinem Grab hält man noch Ehrenwache!
  • Ein Labsal sind für ihn die Schollen des Schachts, hinter ihm her zieht alle Welt, vor ihm eine Menge ohne Zahl.
  • Unübersehbar ist sein Leichenzug, der ihn zur letzten Ruh’ geleitet, und Heimaterde deckt ihn freundlich zu.
  • Wie wollt ihr mich mit Nichtigem trösten? Eure Antworten bleiben Betrug.
  • Wollt ihr mich mit blankem Schwindel trösten? Jede Antwort, die ihr gebt, ist eine glatte Lüge!«

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