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Parallellesung der Bibel
Hoffnung für Alle
Lutherbibel
»Meine Kraft ist gebrochen, meine Tage schwinden, und auf mich wartet nur das Grab.
Mein Odem ist schwach, und meine Tage sind abgekürzt; das Grab ist da.
Ich muss mit ansehen, wie man mich verspottet; von allen Seiten werde ich bedrängt.
Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muß mein Auge weilen.
O Gott, bürge du selbst für mich! Ich habe sonst keinen, der für mich eintritt!
Sei du selbst mein Bürge bei dir; wer will mich sonst vertreten?
Meinen Freunden hast du jede Einsicht verschlossen, darum wirst du sie nicht triumphieren lassen.
Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen; darum wirst du ihnen nicht den Sieg geben.
Sie gleichen jenem Mann im Sprichwort, der sein Vermögen an viele Freunde verteilt und seine eigenen Kinder hungern lässt.
Es rühmt wohl einer seinen Freunden die Ausbeute; aber seiner Kinder Augen werden verschmachten.
Ich bin dem Spott der Leute preisgegeben, ja, man spuckt mir ins Gesicht!
Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muß mir ins Angesicht speien lassen.
Schmerz und Trauer haben mich fast blind gemacht; ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst.
Mein Auge ist dunkel geworden vor Trauern, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.
Darüber sind aufrichtige Menschen hell entsetzt; sie, die ein reines Gewissen haben, denken über mich: ›Wie gottlos muss der sein!‹
Darüber werden die Gerechten sich entsetzen, und die Unschuldigen werden sich entrüsten wider die Heuchler.
Und doch gehen sie ihren geraden Weg unbeirrbar weiter; sie, die schuldlos sind, bekommen neue Kraft.
Aber der Gerechte wird seinen Weg behalten; und wer reine Hände hat, wird an Stärke zunehmen.
Kommt nur alle wieder her, ihr Freunde, ich finde dennoch keinen Weisen unter euch!
Wohlan, so kehret euch alle her und kommt; ich werde doch keinen Weisen unter euch finden.
Ach, meine Tage sind verflogen, durchkreuzt sind alle Pläne, die einst mein Herz erfüllten!
Meine Tage sind vergangen; meine Anschläge sind zerrissen, die mein Herz besessen haben.
Meine Freunde erklären meine Nacht zum Tag! ›Das Licht ist nahe!‹, sagen sie, während ich ins Finstere starre!
Sie wollen aus der Nacht Tag machen und aus dem Tage Nacht.
Ich habe nur noch das Grab zu erwarten; in der dunklen Welt der Toten muss ich liegen.
Wenn ich gleich lange harre, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht;
Das Grab werde ich bald als ›Vater‹ begrüßen. Die Verwesung nenn ich ›meine Mutter, liebe Schwester‹.
die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester:
Wo ist meine Hoffnung geblieben, wo denn? Sieht jemand von ihr auch nur einen Schimmer?
was soll ich denn harren? und wer achtet mein Hoffen?