Willkommen auf unserer Website, auf der wir die Bibel erforschen! Schön, Sie hier zu treffen!
Möge Ihre Reise in die Welt der Heiligen Schrift fesselnd und inspirierend sein!
Sie können die Lesesprache ändern: uk ru en
Parallellesung der Bibel
Hoffnung für Alle
Auflage 2017
»Ach, hört mir doch einmal zu! Damit würdet ihr mich trösten!
Hört, hört doch auf mein Wort, das wäre mir schon Trost von euch.
Ertragt mich, wenn ich rede, und spottet hinterher weiter, wenn ihr wollt!
Ertragt mich, sodass ich reden kann. Habe ich geredet, dann könnt ihr spotten.
Ich trage doch meine Klage nicht einem sterblichen Menschen vor, darum habe ich allen Grund, ungeduldig zu sein!
Richte ich an Menschen meine Klage, habe ich nicht Grund zur Ungeduld?
Seht mich an! Lässt euch dieser Anblick kalt? Verschlägt es euch da nicht die Sprache?
Wendet euch mir zu und erstarrt und legt die Hand auf den Mund!
Ich bin bis ins Innerste aufgewühlt, ich zittere am ganzen Leib, wenn ich über dieser Frage grüble:
Denke ich daran, bin ich erschreckt und Schauder packt meinen Leib.
Warum bleiben die Gottlosen am Leben, werden alt und immer mächtiger?
Warum bleiben Frevler am Leben, werden alt und stark an Kraft?
Ihre Kinder wachsen heran, und auch ihre Enkel haben sie ständig um sich.
Ihre Nachkommen stehen fest vor ihnen, ihre Sprösslinge vor ihren Augen.
Gott hält jedes Unglück von ihren Häusern fern; so leben sie in Frieden, ohne Angst.
Ihre Häuser sind in Frieden, ohne Schreck, die Rute Gottes trifft sie nicht.
Ihr Stier deckt die Kühe auf der Weide, und diese kalben ohne Fehlgeburt.
Ihr Stier bespringt und fehlt nicht, die Kühe kalben und verwerfen nicht.
Ihre Kinder spielen draußen; sie springen herum wie die Lämmer, die Jüngsten tanzen fröhlich umher.
Wie Schafe treiben sie ihre Kinder aus, ihre Kleinen tanzen und springen.
Man singt zu Tamburin und Laute und feiert beim Klang der Flöte.
Sie singen zu Pauke und Harfe, erfreuen sich am Klang der Flöte,
Sie verbringen ihre Jahre glücklich und zufrieden und sterben einen sanften Tod.
sie bringen hin ihre Tage im Glück und fahren voll Ruhe hinab ins Totenreich.
Und Gott? ›Lass mich in Ruhe!‹, sagen sie zu ihm. ›Ich will von dir nichts wissen und nicht den Weg gehen, den du mir zeigst!
Und doch sagten sie zu Gott: Weiche von uns! Deine Wege wollen wir nicht kennen.
Wer ist schon Gott, dass ich ihm dienen sollte, was bringt es mir, wenn ich zu ihm bete?‹ —
Was ist der Allmächtige, dass wir ihm dienen, was nützt es uns, wenn wir uns an ihn wenden?
Und doch: Ihr Glück liegt nicht in ihrer Hand. Von ihren üblen Reden halte ich mich fern! —
Doch in ihrer Hand liegt nicht das Glück, der Frevler Denkart ist mir fern.
Wie oft geschieht’s denn, dass ihr Licht verlöscht, das Licht der Menschen, die Gott verachten? Wie oft holt sie das Unheil ein? Wann trifft sie jemals Gottes Zorn?
Wie oft erlischt der Frevler Lampe, kommt Unheil über sie, teilt er Verderben zu in seinem Zorn?
Wann endlich sind sie wie Spreu im Wind, wie ein Strohhalm, den der Sturm wegwirbelt?
Wie oft werden sie wie Stroh vor dem Wind, wie Spreu, die der Sturm entführt?
Ihr sagt: ›Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Gott straft stattdessen ihre Kinder!‹ Nein! Sie selbst sollen Gottes Strafe spüren!
Spart Gott sein Unheil auf für dessen Kinder? Ihm selbst vergelte er, dass er es spürt!
Mit eigenen Augen sollen Übeltäter ihr Verderben sehen, vom Zorn des Allmächtigen bis zur bitteren Neige kosten!
Mit eigenen Augen soll er sein Unglück schauen, vom Grimm des Allmächtigen soll er trinken.
Denn was kümmert sie das Schicksal ihrer Kinder, wenn ihr eigenes Leben abgelaufen ist?
Denn was kümmert ihn sein Haus, wenn er dahin ist, wenn abgeschnitten seiner Monde Zahl?
Gott richtet selbst die höchsten Engel. Wer unter uns will ihn da noch belehren?
Darf man Gott Erkenntnis lehren, ihn, der die Erhabenen richtet?
Der eine stirbt, noch voll bei Kräften, hat sicher und sorglos gelebt.
Der eine stirbt in vollem Glück, ist ganz in Frieden, sorgenfrei.
Seine Melkeimer flossen stets über von frischer Milch; er selbst war gesund und wohlgenährt.
Seine Schenkel sind voll von Fett, getränkt mit Mark sind seine Knochen.
Der andere stirbt einsam und verbittert, er hat sein Leben lang nicht eine Spur von Glück gesehen.
Der andere stirbt mit bitterer Seele und hat kein Glück genossen.
Nun liegen sie beide unter der Erde, werden beide von Würmern zerfressen!
Zusammen liegen sie im Staub und Gewürm deckt beide zu.
Ich weiß genau, was ihr jetzt denkt, mit welchen Vorurteilen ihr mir unrecht tut!
Seht, euer Denken kenne ich wohl, die Ränke, die ihr sinnt gegen mich.
Ihr sagt: ›Wo ist es geblieben, das Haus des Tyrannen? Von der Bleibe der Gottlosen ist nichts mehr zu sehen!‹
Ihr sagt: Wo ist das Haus des Edlen und wo das Zelt, in dem Frevler wohnen?
Doch habt ihr noch nie mit Reisenden gesprochen, die weit herumgekommen sind, und noch nie gehört, was sie erzählten:
Habt ihr nie die fahrenden Leute befragt und nicht ihre Zeichen genau beachtet?
dass der Böse verschont wird, wenn Gott in seinem Zorn Gericht hält? Er kommt mit heiler Haut davon!
Dass am Unglückstag der Böse verschont wird, weggebracht am Tag des Zorns.
Wer sagt ihm ins Gesicht, was er getan hat? Wer bestraft ihn, wie er es verdient? Keiner!
Wer hält ihm seinen Lebenswandel vor, was er getan hat, wer vergilt es ihm?
Nach seinem Tod wird er mit allen Ehren beigesetzt; an seinem Grab hält man noch Ehrenwache!
Er aber wird zur Gruft geleitet, bei seinem Grab hält man die Wacht.
Unübersehbar ist sein Leichenzug, der ihn zur letzten Ruh’ geleitet, und Heimaterde deckt ihn freundlich zu.
Ein Labsal sind für ihn die Schollen des Schachts, hinter ihm her zieht alle Welt, vor ihm eine Menge ohne Zahl.