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Parallellesung der Bibel

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Auflage 2017

Hoffnung für Alle

  • Danach tat Ijob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
  • Dann erst begann Hiob zu sprechen. Er verfluchte den Tag seiner Geburt
  • Ijob ergriff das Wort und sprach:
  • und sagte:
  • Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Knabe ist empfangen.
  • »Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren wurde, und auch die Nacht, in der man sagte: ›Es ist ein Junge!‹.
  • Jener Tag werde Finsternis, nie frage Gott von oben nach ihm, nicht leuchte über ihm des Tages Licht.
  • Jener Tag versinke in tiefer Finsternis — kein Licht soll ihn erhellen! Selbst Gott da oben vergesse ihn!
  • Einfordern sollen ihn Finsternis und Todesschatten, Gewölk über ihn sich lagern, Verfinsterung am Tag mache ihn schrecklich.
  • Ja, der Tod soll ihn holen — diesen Tag! Ich wünschte, dass sich dunkle Wolken auf ihn legten und die Finsternis sein Licht erstickte!
  • Jene Nacht, das Dunkel raffe sie hinweg, sie reihe sich nicht in die Tage des Jahres, sie gehe nicht ein in die Zahl der Monde.
  • Für immer soll sie dunkel bleiben — die Nacht meiner Geburt! Ausgelöscht sei sie aus dem Jahreskreis, nie wieder erscheine sie auf dem Kalender!
  • Ja, diese Nacht sei unfruchtbar, kein Jubel komme auf in ihr.
  • Stumm und öde soll sie sein, eine Nacht, in der sich keiner mehr freut!
  • Verwünschen sollen sie die Verflucher der Tage, die es verstehen, den Leviatan zu wecken.
  • Verfluchen sollen sie die Zauberer, die Tag und Nacht verwünschen können und die den Leviatan, dieses Ungeheuer, wecken!
  • Verfinstert seien ihrer Dämmerung Sterne; sie harre auf Licht, jedoch umsonst; die Lider der Morgenröte schaue sie nicht.
  • Jene Nacht soll finster bleiben, ohne alle Sternenpracht! Vergeblich warte sie aufs Sonnenlicht, die Strahlen des Morgenrots sehe sie nicht!
  • Denn sie hat die Pforten an meiner Mutter Leib nicht verschlossen, nicht das Leid verborgen vor meinen Augen.
  • Denn sie ließ zu, dass meine Mutter mich empfing, die Mühen des Lebens hat sie mir nicht erspart.
  • Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?
  • Warum bin ich nicht bei der Geburt gestorben, als ich aus dem Leib meiner Mutter kam?
  • Weshalb nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, dass ich daran trank?
  • Wozu hat sie mich auf den Knien gewiegt und an ihrer Brust gestillt?
  • Still läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe,
  • Wenn ich tot wäre, dann läge ich jetzt ungestört, hätte Ruhe und würde schlafen,
  • bei Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten,
  • so wie die Könige und ihre Berater, die sich hier prachtvolle Paläste bauten — längst zu Ruinen zerfallen —,
  • oder bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt.
  • und wie die Herrscher, die Gold und Silber besaßen und ihre Häuser damit füllten.
  • Wie die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr, Kindern gleich, die das Licht nie geschaut.
  • Warum wurde ich nicht wie eine Fehlgeburt verscharrt, wie Totgeborene, die nie das Tageslicht sahen?
  • Dort hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist.
  • Bei den Toten können die Gottlosen nichts mehr anrichten, und ihre Opfer haben endlich Ruhe.
  • Auch Gefangene sind frei von Sorgen, hören nicht mehr die Stimme des Treibers.
  • Auch die Gefangenen lässt man dort in Frieden; sie hören nicht mehr das Geschrei des Aufsehers.
  • Klein und Groß ist dort beisammen, der Sklave ist frei von seinem Herrn.
  • Ob groß oder klein: Dort sind alle gleich, und der Sklave ist seinen Herrn los.
  • Warum schenkt er dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind?
  • Warum nur lässt Gott die Menschen leben? Sie mühen sich ab, sind verbittert und ohne Hoffnung.
  • Sie warten auf den Tod, doch er kommt nicht, sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze.
  • Sie sehnen sich den Tod herbei — aber er kommt nicht! Sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze,
  • Sie würden sich freuen und jubeln, sie würden frohlocken, fänden sie ein Grab.
  • und erst wenn sie endlich im Grab ruhen, empfinden sie die größte Freude!
  • Wozu Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt?
  • Warum muss ich noch leben? Gott hat mich eingepfercht; ich sehe nur noch Dunkelheit!
  • Bevor ich noch esse, kommt mir das Seufzen, wie Wasser strömen meine Klagen hin.
  • Schmerzensschreie sind mein tägliches Brot, und das Stöhnen bricht aus mir heraus.
  • Was mich erschreckte, das hat mich getroffen, wovor mir bangte, das kam über mich.
  • Meine schlimmsten Befürchtungen sind eingetroffen, und wovor mir immer graute — das ist jetzt da!
  • Noch hatte ich nicht Frieden, nicht Rast, nicht Ruhe, da kam neues Ungemach heran.
  • Ohne Ruhe und Frieden lebe ich dahin, getrieben von endloser Qual!«

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