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Parallellesung der Bibel
Auflage 2017
Hoffnung für Alle
Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?
»Das Leben der Menschen gleicht der Zwangsarbeit, von früh bis spät müssen sie sich abmühen!
Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet.
Ein Landarbeiter sehnt sich nach dem kühlen Schatten am Abend; er wartet darauf, dass ihm sein Lohn bezahlt wird.
So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu.
Und was ist mein Lohn? Monate, die sinnlos dahinfliegen, und kummervolle Nächte!
Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.
Wenn ich mich schlafen lege, denke ich: ›Wann kann ich endlich wieder aufstehen?‹ Die Nacht zieht sich in die Länge, ich wälze mich schlaflos hin und her bis zum Morgen.
Mein Leib ist gekleidet in Maden und Schorf, meine Haut schrumpft und eitert.
Mein Körper ist von Würmern und von dreckigem Schorf bedeckt. Meine Haut platzt auf und eitert.
Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung.
Schneller als ein Weberschiffchen sausen meine Tage dahin, sie schwinden ohne jede Hoffnung.
Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist! Nie mehr schaut mein Auge Glück.
O Gott, bedenke, dass mein Leben nur ein Hauch ist! Mein Glück ist dahin; es kommt nie wieder.
Kein Auge gewahrt mich, das nach mir sieht, suchen mich deine Augen, dann bin ich nicht mehr da.
Noch siehst du mich, doch nicht mehr lange, und wenn du mich dann suchst, bin ich nicht mehr da.
Wie die Wolke, die entschwand und dahinzog, so steigt nie mehr auf, wer zur Unterwelt hinabstieg.
Wie eine Wolke, die vorüberzieht, so ist ein Mensch, der stirbt: Vom Ort der Toten kehrt er nie zurück; dort, wo er einmal wohnte, ist er bald vergessen.
So will auch ich meinen Mund nicht zügeln, mit bedrängtem Geist will ich reden, mit betrübter Seele will ich klagen.
Nein — ich kann nicht schweigen! Der Schmerz wühlt in meinem Innern. Ich lasse meinen Worten freien Lauf, ich rede aus bitterem Herzen.
Bin ich das Meer, der Meeresdrache, dass du gegen mich eine Wache stellst?
O Gott, warum lässt du mich so scharf bewachen? Bin ich denn das Meer oder ein Meeresungeheuer?
Sagte ich: Mein Lager soll mich trösten, mein Bett trage das Leid mit mir!,
Wenn ich dachte: ›Ich will im Schlaf Ruhe finden und mein Elend vergessen‹, dann hast du mich bis in die Träume verfolgt und mir durch Visionen Angst eingejagt.
Erwürgt zu werden, zöge ich vor, den Tod meinem Totengerippe.
Am liebsten würde ich erhängt! Lieber sterben als noch länger in diesem elenden Körper leben!
Ich mag nicht mehr, ich will nicht ewig leben. Lass ab von mir, denn nur ein Hauch sind meine Tage!
Ich gebe auf! So will ich nicht mehr weiterleben! Lass mich in Ruhe, denn mein Leben hat keinen Sinn mehr!
Was ist der Mensch, dass du groß ihn achtest und deinen Sinn auf ihn richtest,
Gott, warum nimmst du einen Menschen so ernst? Warum beachtest du ihn überhaupt?
dass du ihn musterst jeden Morgen und jeden Augenblick ihn prüfst?
Jeden Morgen verlangst du Rechenschaft von ihm; du beobachtest ihn jeden Augenblick.
Wie lange schon schaust du nicht weg von mir, lässt mich nicht los, sodass ich meinen Speichel schlucke?
Wie lange schaust du mich noch prüfend an? Du lässt mich keinen Augenblick in Ruhe!
Habe ich gefehlt? Was tat ich dir, du Menschenwächter? Warum hast du mich zu deiner Zielscheibe gemacht, sodass ich mir selbst zu einer Last geworden bin?
Du Menschenwächter — hat dich meine Sünde denn verletzt? Warum machst du mich zu deiner Zielscheibe? Bin ich dir zur Last geworden?
Warum nimmst du mein Vergehen nicht weg, lässt du meine Schuld nicht nach? Nun denn — zum Staub bette ich mich, und suchst du mich, dann bin ich nicht mehr da.
Warum vergibst du mir mein Unrecht nicht? Kannst du keine Sünde übersehen? Denn bald liege ich unter der Erde, und wenn du mich dann suchst, bin ich nicht mehr da.«