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Parallellesung der Bibel
Auflage 2017
Hoffnung für Alle
Mein Geist ist verwirrt, meine Tage sind ausgelöscht, nur Gräber bleiben mir.
»Meine Kraft ist gebrochen, meine Tage schwinden, und auf mich wartet nur das Grab.
Wahrhaftig, nur Spott begleitet mich. In ihren Bitterkeiten verbringt mein Auge die Nacht.
Ich muss mit ansehen, wie man mich verspottet; von allen Seiten werde ich bedrängt.
Sei du doch selbst mein Bürge bei dir! Wer würde sonst den Handschlag für mich leisten?
O Gott, bürge du selbst für mich! Ich habe sonst keinen, der für mich eintritt!
Denn ihr Herz hast du der Einsicht verschlossen, darum lässt du sie nicht triumphieren.
Meinen Freunden hast du jede Einsicht verschlossen, darum wirst du sie nicht triumphieren lassen.
Zum Teilen lädt einer die Freunde ein, doch die Augen seiner Kinder verschmachten.
Sie gleichen jenem Mann im Sprichwort, der sein Vermögen an viele Freunde verteilt und seine eigenen Kinder hungern lässt.
Zum Spott für die Leute stellte er mich hin, ich wurde einer, dem man ins Gesicht spuckt.
Ich bin dem Spott der Leute preisgegeben, ja, man spuckt mir ins Gesicht!
Vor Kummer ist mein Auge matt, all meine Glieder sind wie ein Schatten.
Schmerz und Trauer haben mich fast blind gemacht; ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst.
Darüber entsetzen sich die Redlichen, der Unschuldige empört sich über den Ruchlosen.
Darüber sind aufrichtige Menschen hell entsetzt; sie, die ein reines Gewissen haben, denken über mich: ›Wie gottlos muss der sein!‹
Doch der Gerechte hält fest an seinem Weg, wer reine Hände hat, gewinnt an Kraft.
Und doch gehen sie ihren geraden Weg unbeirrbar weiter; sie, die schuldlos sind, bekommen neue Kraft.
Ihr alle, kehrt um, kommt nur wieder her, ich finde doch keinen Weisen unter euch.
Kommt nur alle wieder her, ihr Freunde, ich finde dennoch keinen Weisen unter euch!
Dahin sind meine Tage, zunichte meine Pläne, meine Herzenswünsche.
Ach, meine Tage sind verflogen, durchkreuzt sind alle Pläne, die einst mein Herz erfüllten!
Sie machen mir die Nacht zum Tag, das Licht nähert sich dem Dunkel.
Meine Freunde erklären meine Nacht zum Tag! ›Das Licht ist nahe!‹, sagen sie, während ich ins Finstere starre!
Ich erhoffe nichts mehr. Die Unterwelt wird mein Haus, in der Finsternis breite ich mein Lager aus.
Ich habe nur noch das Grab zu erwarten; in der dunklen Welt der Toten muss ich liegen.
Zur Grube rufe ich: Mein Vater bist du!, Meine Mutter, meine Schwester!, zum Wurm.
Das Grab werde ich bald als ›Vater‹ begrüßen. Die Verwesung nenn ich ›meine Mutter, liebe Schwester‹.
Wo aber ist meine Hoffnung? Ja, meine Hoffnung, wer kann sie erblicken?
Wo ist meine Hoffnung geblieben, wo denn? Sieht jemand von ihr auch nur einen Schimmer?