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Parallellesung der Bibel

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Hoffnung für Alle

Lutherbibel

  • Da erwiderte Hiob:
  • Hiob antwortete und sprach:
  • »Ach, hört mir doch einmal zu! Damit würdet ihr mich trösten!
  • Höret doch meiner Rede zu und laßt mir das anstatt eurer Tröstungen sein!
  • Ertragt mich, wenn ich rede, und spottet hinterher weiter, wenn ihr wollt!
  • Vertragt mich, daß ich auch rede, und spottet darnach mein!
  • Ich trage doch meine Klage nicht einem sterblichen Menschen vor, darum habe ich allen Grund, ungeduldig zu sein!
  • Handle ich denn mit einem Menschen? oder warum sollte ich nicht ungeduldig sein?
  • Seht mich an! Lässt euch dieser Anblick kalt? Verschlägt es euch da nicht die Sprache?
  • Kehret euch her zu mir; ihr werdet erstarren und die Hand auf den Mund legen müssen.
  • Ich bin bis ins Innerste aufgewühlt, ich zittere am ganzen Leib, wenn ich über dieser Frage grüble:
  • Wenn ich daran gedenke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an.
  • Warum bleiben die Gottlosen am Leben, werden alt und immer mächtiger?
  • Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu mit Gütern?
  • Ihre Kinder wachsen heran, und auch ihre Enkel haben sie ständig um sich.
  • Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen.
  • Gott hält jedes Unglück von ihren Häusern fern; so leben sie in Frieden, ohne Angst.
  • Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen.
  • Ihr Stier deckt die Kühe auf der Weide, und diese kalben ohne Fehlgeburt.
  • Seinen Stier läßt man zu, und es mißrät ihm nicht; seine Kuh kalbt und ist nicht unfruchtbar.
  • Ihre Kinder spielen draußen; sie springen herum wie die Lämmer, die Jüngsten tanzen fröhlich umher.
  • Ihre jungen Kinder lassen sie ausgehen wie eine Herde, und ihre Knaben hüpfen.
  • Man singt zu Tamburin und Laute und feiert beim Klang der Flöte.
  • Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Flöten.
  • Sie verbringen ihre Jahre glücklich und zufrieden und sterben einen sanften Tod.
  • Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor dem Tode,
  • Und Gott? ›Lass mich in Ruhe!‹, sagen sie zu ihm. ›Ich will von dir nichts wissen und nicht den Weg gehen, den du mir zeigst!
  • die doch sagen zu Gott: «Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen!
  • Wer ist schon Gott, dass ich ihm dienen sollte, was bringt es mir, wenn ich zu ihm bete?‹ —
  • Wer ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten? oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?
  • Und doch: Ihr Glück liegt nicht in ihrer Hand. Von ihren üblen Reden halte ich mich fern! —
  • Aber siehe, ihr Glück steht nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein.
  • Wie oft geschieht’s denn, dass ihr Licht verlöscht, das Licht der Menschen, die Gott verachten? Wie oft holt sie das Unheil ein? Wann trifft sie jemals Gottes Zorn?
  • Wie oft geschieht’s denn, daß die Leuchte der Gottlosen verlischt und ihr Unglück über sie kommt? daß er Herzeleid über sie austeilt in seinem Zorn?
  • Wann endlich sind sie wie Spreu im Wind, wie ein Strohhalm, den der Sturm wegwirbelt?
  • daß sie werden wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführt?
  • Ihr sagt: ›Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Gott straft stattdessen ihre Kinder!‹ Nein! Sie selbst sollen Gottes Strafe spüren!
  • Gott spart desselben Unglück auf seine Kinder». Er vergelte es ihm selbst, daß er’s innewerde.
  • Mit eigenen Augen sollen Übeltäter ihr Verderben sehen, vom Zorn des Allmächtigen bis zur bitteren Neige kosten!
  • Seine Augen mögen sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen möge er trinken.
  • Denn was kümmert sie das Schicksal ihrer Kinder, wenn ihr eigenes Leben abgelaufen ist?
  • Denn was ist ihm gelegen an seinem Hause nach ihm, wenn die Zahl seiner Monden ihm zugeteilt ist?
  • Gott richtet selbst die höchsten Engel. Wer unter uns will ihn da noch belehren?
  • Wer will Gott lehren, der auch die Hohen richtet?
  • Der eine stirbt, noch voll bei Kräften, hat sicher und sorglos gelebt.
  • Dieser stirbt frisch und gesund in allem Reichtum und voller Genüge,
  • Seine Melkeimer flossen stets über von frischer Milch; er selbst war gesund und wohlgenährt.
  • sein Melkfaß ist voll Milch, und seine Gebeine werden gemästet mit Mark;
  • Der andere stirbt einsam und verbittert, er hat sein Leben lang nicht eine Spur von Glück gesehen.
  • jener aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie mit Freuden gegessen;
  • Nun liegen sie beide unter der Erde, werden beide von Würmern zerfressen!
  • und liegen gleich miteinander in der Erde, und Würmer decken sie zu.
  • Ich weiß genau, was ihr jetzt denkt, mit welchen Vorurteilen ihr mir unrecht tut!
  • Siehe, ich kenne eure Gedanken wohl und euer frevles Vornehmen wider mich.
  • Ihr sagt: ›Wo ist es geblieben, das Haus des Tyrannen? Von der Bleibe der Gottlosen ist nichts mehr zu sehen!‹
  • Denn ihr sprecht: »Wo ist das Haus des Fürsten? und wo ist die Hütte, da die Gottlosen wohnten?
  • Doch habt ihr noch nie mit Reisenden gesprochen, die weit herumgekommen sind, und noch nie gehört, was sie erzählten:
  • Habt ihr denn die Wanderer nicht befragt und nicht gemerkt ihre Zeugnisse?
  • dass der Böse verschont wird, wenn Gott in seinem Zorn Gericht hält? Er kommt mit heiler Haut davon!
  • Denn der Böse wird erhalten am Tage des Verderbens, und am Tage des Grimms bleibt er.
  • Wer sagt ihm ins Gesicht, was er getan hat? Wer bestraft ihn, wie er es verdient? Keiner!
  • Wer will ihm ins Angesicht sagen, was er verdient? wer will ihm vergelten, was er tut?
  • Nach seinem Tod wird er mit allen Ehren beigesetzt; an seinem Grab hält man noch Ehrenwache!
  • Und er wird zu Grabe geleitet und hält Wache auf seinem Hügel.
  • Unübersehbar ist sein Leichenzug, der ihn zur letzten Ruh’ geleitet, und Heimaterde deckt ihn freundlich zu.
  • Süß sind ihm die Schollen des Tales, und alle Menschen ziehen ihm nach; und derer, die ihm vorangegangen sind, ist keine Zahl.
  • Wollt ihr mich mit blankem Schwindel trösten? Jede Antwort, die ihr gebt, ist eine glatte Lüge!«
  • Wie tröstet ihr mich so vergeblich, und eure Antworten finden sich unrecht!

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