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Parallellesung der Bibel
Lutherbibel
Hoffnung für Alle
O daß ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete;
»Wäre mein Leben doch wieder wie früher, wie in jenen Tagen, als Gott mich noch bewahrte,
da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging;
als sein Licht noch meine Wege erleuchtete und ich in seinem Licht durchs Dunkle ging!
wie war ich in der Reife meines Lebens, da Gottes Geheimnis über meiner Hütte war;
Ja, damals, in der Blüte meines Lebens, da zog Gott mich ins Vertrauen, der Segen seiner Freundschaft ruhte auf meinem Haus.
da der Allmächtige doch mit mir war und meine Kinder um mich her;
Er, der Allmächtige, stand mir bei, und meine Kinder waren um mich her.
da ich meine Tritte wusch in Butter und die Felsen mir Ölbäche gossen;
Milch und Butter hatte ich im Überfluss, aus der Olivenpresse im Felsen floss das Öl in Strömen!
da ich ausging zum Tor in der Stadt und mir ließ meinen Stuhl auf der Gasse bereiten;
Wenn ich zum Stadttor hinaufging, um dort im Rat meinen Platz einzunehmen,
da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstanden;
dann traten die jungen Leute ehrfürchtig zur Seite, die Alten erhoben sich und blieben stehen.
da die Obersten aufhörten zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund;
Die Obersten der Stadt hörten auf zu reden, ihr Gespräch verstummte, wenn ich kam.
da die Stimme der Fürsten sich verkroch und ihre Zunge an ihrem Gaumen klebte!
Selbst die einflussreichsten Leute wurden still und hielten ihre Zunge im Zaum.
Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich selig; und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.
Jeder, der mich hörte, wusste nur Gutes von mir zu sagen, und wer mich sah, der lobte mich.
Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Helfer hatte.
Denn ich rettete den Armen, der um Hilfe schrie, und das Waisenkind, das von allen verlassen war.
Der Segen des, der verderben sollte, kam über mich; und ich erfreute das Herz der Witwe.
Dem Sterbenden stand ich bei, er wünschte mir Segen; der Witwe half ich, und sie konnte wieder fröhlich singen.
Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Recht war mein fürstlicher Hut.
Ich bekleidete mich mit Gerechtigkeit, hüllte mich ins Recht wie in einen Mantel, trug es wie einen Turban.
Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.
Meine Augen sahen für den Blinden, meine Füße gingen für den Gelähmten.
Ich war ein Vater der Armen; und die Sache des, den ich nicht kannte, die erforschte ich.
Den Armen wurde ich ein Vater, und den Streitfall eines Unbekannten prüfte ich genau.
Ich zerbrach die Backenzähne des Ungerechten und riß den Raub aus seinen Zähnen.
Einem brutalen Menschen stellte ich mich entgegen, ich schlug ihm den Kiefer ein und riss die hilflosen Opfer aus seinem Maul.
Ich gedachte: »Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand.
Ich dachte: ›Im Kreise meiner Familie werde ich einmal sterben nach einem langen und erfüllten Leben.
Meine Wurzel war aufgetan dem Wasser, und der Tau blieb über meinen Zweigen.
Ich gleiche einem Baum, der seine Wurzeln zum Wasser streckt; auf seine Zweige legt sich nachts der Tau.
Meine Herrlichkeit erneute sich immer an mir, und mein Bogen ward immer stärker in meiner Hand.
Meine Würde werde ich nicht verlieren, bis ins hohe Alter bleibt mir die Kraft erhalten.‹
Sie hörten mir zu und schwiegen und warteten auf meinen Rat.
Ja, auf mich hörten alle Leute, sie warteten schweigend auf meinen Rat.
Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie.
Nach mir sprach kein Zweiter mehr; meine Worte sogen sie auf.
Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf als nach dem Spätregen.
Sie warteten auf mich wie auf den Regen, lechzten nach meinen Worten wie Felder nach den Frühjahrsschauern.
Wenn ich mit ihnen lachte, wurden sie nicht zu kühn darauf; und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer.
Den Mutlosen lächelte ich aufmunternd zu, und mein froher Blick gab ihnen neue Zuversicht.
Wenn ich zu ihrem Geschäft wollte kommen, so mußte ich obenan sitzen und wohnte wie ein König unter Kriegsknechten, da ich tröstete, die Leid trugen.
Ich traf für sie Entscheidungen und saß unter ihnen wie ihr Oberhaupt, ja, ich thronte wie ein König inmitten seiner Truppen; ich gab ihnen Trost in ihrer Trauer.«