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Parallellesung der Bibel
Lutherbibel
Hoffnung für Alle
Nun aber lachen mein, die jünger sind denn ich, deren Väter ich verachtet hätte, sie zu stellen unter meine Schafhunde;
»Und jetzt? Jetzt lachen sie mich aus — sie, die jünger sind als ich; ihre Väter hätte ich nicht einmal für wert geachtet, sie zu den Hunden meiner Herde zu stellen!
deren Vermögen ich für nichts hielt; die nicht zum Alter kommen konnten;
Was sollen mir diese Schwächlinge nützen, die keine Kraft mehr in den Knochen haben?
die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einöde, neulich verdarben und elend wurden;
Ausgezehrt von Hunger und Armut nagen sie die Wurzeln in der Wüste ab, draußen im Land der Einsamkeit.
die da Nesseln ausraufen um die Büsche, und Ginsterwurzel ist ihre Speise;
Sie pflücken Salzkraut von den Büschen, und Ginsterwurzeln sind ihr Brot.
aus der Menschen Mitte werden sie weggetrieben, man schreit über sie wie über einen Dieb;
Aus der menschlichen Gemeinschaft wurden sie verjagt, man schreit ihnen nach wie Dieben.
in grausigen Tälern wohnen sie, in den Löchern der Erde und Steinritzen;
In verlassenen Tälern hausen sie, zwischen Felsen und in Erdhöhlen.
zwischen den Büschen rufen sie, und unter den Disteln sammeln sie sich:
Im Gestrüpp, da kauern sie und schreien, unter hohen Distelsträuchern drängen sie sich zusammen.
die Kinder gottloser und verachteter Leute, die man aus dem Lande weggetrieben.
Dieses Gesindel, diese Brut, aus dem Lande weggejagt!
Nun bin ich ihr Spottlied geworden und muß ihr Märlein sein.
Und jetzt? Jetzt machen sie Spottverse, sie zerreißen sich das Maul über mich.
Sie haben einen Greuel an mir und machen sich ferne von mir und scheuen sich nicht, vor meinem Angesicht zu speien.
Sie verabscheuen mich und gehen mir aus dem Weg; und wenn sie mir doch einmal begegnen, spucken sie mir ins Gesicht!
Sie haben ihr Seil gelöst und mich zunichte gemacht und ihren Zaum vor mir abgetan.
Gott hat meine Lebenskraft zerbrochen und mich gedemütigt, darum kennen sie in meiner Gegenwart keine Rücksicht mehr.
Zur Rechten haben sich Buben wider mich gesetzt und haben meinen Fuß ausgestoßen und haben wider mich einen Weg gemacht, mich zu verderben.
Ja, diese Brut greift mich an! Sie versuchen, mich zu Fall zu bringen, sie schütten einen Belagerungswall rings um mich auf.
Sie haben meine Steige zerbrochen; es war ihnen so leicht, mich zu beschädigen, daß sie keiner Hilfe dazu bedurften.
Sie schneiden mir den Weg ab und zerstören mein Leben, niemand hält sie dabei auf.
Sie sind gekommen wie zu einer weiten Lücke der Mauer herein und sind ohne Ordnung dahergefallen.
Sie durchbrechen meine Verteidigungsmauer und zertrümmern, was ihnen in die Quere kommt.
Schrecken hat sich gegen mich gekehrt und hat verfolgt wie der Wind meine Herrlichkeit; und wie eine Wolke zog vorüber mein glückseliger Stand.
Furcht und Entsetzen haben mich gepackt und meine Würde wie im Sturm verjagt; meine Sicherheit ist vertrieben wie eine Wolke.
Nun aber gießt sich aus meine Seele über mich, und mich hat ergriffen die elende Zeit.
Mein Leben verrinnt, das Elend hat mich fest im Griff.
Des Nachts wird mein Gebein durchbohrt allenthalben; und die mich nagen, legen sich nicht schlafen.
Bohrende Schmerzen rauben mir den Schlaf, sie nagen an mir Nacht für Nacht.
Mit großer Gewalt werde ich anders und anders gekleidet, und ich werde damit umgürtet wie mit meinem Rock.
Mit gewaltiger Kraft hat Gott mich am Gewand gepackt und schnürt mich ein wie ein zu enger Kragen.
Man hat mich in den Kot getreten und gleich geachtet dem Staub und der Asche.
Er wirft mich in den Schmutz, ich bin zu Staub und Asche geworden.
Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht; trete ich hervor, so achtest du nicht auf mich.
Ich schreie um Hilfe, o Gott, aber du antwortest nicht; ich stehe vor dir, doch du starrst mich nur unerbittlich an.
Du bist mir verwandelt in einen Grausamen und zeigst an mit der Stärke deiner Hand, daß du mir gram bist.
Du bist mein grausamer Feind geworden, mit aller Kraft kämpfst du gegen mich!
Du hebst mich auf und lässest mich auf dem Winde fahren und zerschmelzest mich kräftig.
Du wirbelst mich empor in die Luft, treibst mich vor dem Sturm dahin und zerschmetterst mich dann mit lautem Krachen.
Denn ich weiß, du wirst mich dem Tod überantworten; da ist das bestimmte Haus aller Lebendigen.
Ja, ich weiß: Du willst mich zu den Toten bringen, hinunter in das Haus, wo alle Menschen sich versammeln.
Aber wird einer nicht die Hand ausstrecken unter Trümmern und nicht schreien vor seinem Verderben?
Doch wer unter Trümmern verschüttet wurde, streckt die Hand nach Rettung aus; schreit man nicht im Unglücksfall um Hilfe?
Ich weinte ja über den, der harte Zeit hatte; und meine Seele jammerte der Armen.
Habe ich nicht damals über die geweint, die ein schweres Los zu tragen hatten? Ich hatte Mitleid mit den Armen!
Ich wartete des Guten, und es kommt das Böse; ich hoffte aufs Licht, und es kommt Finsternis.
Und so erwartete ich Gutes, doch das Unglück kam! Ich erhoffte das Licht, doch es kam die Dunkelheit.
Meine Eingeweide sieden und hören nicht auf; mich hat überfallen die elende Zeit.
Mein Inneres ist aufgewühlt, ich finde keine Ruhe, die Tage des Elends haben mich eingeholt.
Ich gehe schwarz einher, und brennt mich doch die Sonne nicht; ich stehe auf in der Gemeinde und schreie.
Meine Haut ist schwarz geworden, doch nicht von der Sonnenglut. In der Versammlung stehe ich auf und schreie laut um Hilfe.
Ich bin ein Bruder der Schakale und ein Geselle der Strauße.
Mein Heulen klingt wie das der Schakale, wie das Schreien der Strauße.
Meine Haut über mir ist schwarz geworden, und meine Gebeine sind verdorrt vor Hitze.
Meine Haut ist schwarz geworden und schält sich, das Fieber glüht in meinem Körper.