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Parallellesung der Bibel
Auflage 2017
Hoffnung für Alle
Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht!
»Das alles weiß ich doch schon längst! Nur eins verrate mir: Wie kann ein Mensch vor Gott sein Recht bekommen?
Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnte er ihm Antwort geben.
Wenn er dich vor Gericht zieht und Anklage erhebt, weißt du auf tausend Fragen keine Antwort.
Weisen Sinnes und stark an Macht — wer böte ihm Trotz und bliebe heil?
Gott ist weise, stark und mächtig! Wer hat sich je erfolgreich gegen ihn gestellt?
Er versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt.
Ohne Vorwarnung verrückt er Berge, und wenn er zornig wird, zerstört er sie.
Er erschüttert die Erde an ihrem Ort, sodass ihre Säulen erzittern.
Er lässt die Erde zittern und beben, so dass ihre Säulen wanken.
Er spricht zur Sonne, sodass sie nicht strahlt, er versiegelt die Sterne.
Er spricht nur ein Wort — schon verfinstert sich die Sonne, die Sterne dürfen nicht mehr leuchten.
Er spannt allein den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres.
Er allein hat den Himmel ausgebreitet, ist über die Wogen der Meere geschritten.
Er macht das Sternbild des Bären, den Orion, das Siebengestirn, die Kammern des Südens.
Den Großen Wagen hat er geschaffen, den Orion, das Siebengestirn und auch die Sternbilder des Südens.
Er macht so Großes, es ist nicht zu erforschen, Wunderdinge, sie sind nicht zu zählen.
Er vollbringt gewaltige Taten; unzählbar sind seine Wunder, kein Mensch kann sie begreifen!
Zieht er an mir vorüber, ich sehe ihn nicht, fährt er daher, ich bemerke ihn nicht.
Unbemerkt zieht er an mir vorüber; er geht vorbei, er streift mich, und ich nehme es gar nicht wahr!
Rafft er hinweg, wer hält ihn zurück? Wer darf zu ihm sagen: Was machst du da?
Niemand kann ihn hindern, wenn er etwas aus der Welt rafft. Wer wagt es, ihn zu fragen: ›Halt! Was tust du da?‹
Gott hält seinen Zorn nicht zurück, unter ihm mussten selbst Rahabs Helfer sich beugen.
Gott lässt seinem Zorn freien Lauf; er unterwarf sich seine Feinde, die dem Meeresungeheuer halfen, als es sich ihm widersetzte.
Wie sollte denn ich ihm Antwort geben, wie meine Worte gegen ihn wählen?
Und ich? Was kann ich denn erwidern, mit welchen Worten ihm entgegentreten?
Und wäre ich im Recht, ich könnte nicht antworten, um Gnade müsste ich bei meinem Richter flehen.
Auch wenn ich schuldlos wäre, könnte ich ihm nichts entgegnen, nein, ich müsste ihn als meinen Richter noch um Gnade anflehen!
Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört.
Selbst wenn ich darauf drängte, dass er mir endlich eine Antwort gibt, würde er mich kaum beachten.
Er, der im Sturm mich niedertritt, ohne Grund meine Wunden mehrt,
Im Gegenteil: Er würde im Orkan mich packen und grundlos meine Qual vermehren.
er lässt mich nicht zu Atem kommen, er sättigt mich mit Bitternis.
Er gönnt mir keine Atempause und sättigt mich mit Bitterkeit.
Geht es um Kraft, er ist der Starke, geht es um Recht, wer lädt mich vor?
Wollte ich meine Kraft mit ihm messen — er ist der Stärkere! Aber es geht ums Recht! Warum lädt er mich nicht vor, damit ich mich verteidigen kann?
Wäre ich im Recht, mein eigener Mund spräche mich schuldig, wäre ich ohne Tadel, er machte mich krumm.
Selbst wenn ich recht hätte, würde Gott mich zum Geständnis zwingen; ich müsste mich vor ihm für schuldig erklären, auch wenn ich schuldlos wäre.
Schuldlos bin ich, doch achte ich nicht auf mich, mein Leben werfe ich hin.
Ja, ich bin unschuldig! Aber es ist mir völlig gleichgültig, so sehr hasse ich mein Leben!
Einerlei ist es, so sage ich es denn: Schuldlos wie schuldig bringt er um.
Es ist alles einerlei; deshalb sage ich: Egal ob du gottlos bist oder fromm — er bringt dich doch um!
Wenn die Geißel plötzlich tötet, spottet er über der Unschuldigen Angst.
Und wenn sein Schlag plötzlich Unschuldige trifft, dann spottet er noch über ihren Schmerz!
Die Erde ist in Frevlerhand gegeben, das Gesicht ihrer Richter deckt er zu. Ist er es nicht, wer ist es dann?
Fällt ein Land Tyrannen in die Hände und werden alle Richter blind für das Recht, so hat Gott das getan! Wenn nicht er — wer sonst?
Schneller als ein Läufer eilen meine Tage, sie fliehen dahin und schauen kein Glück.
Meine Jahre sind vorbeigeeilt, schneller als ein Läufer, verschwunden sind sie ohne eine Spur von Glück.
Sie gleiten vorbei wie Kähne aus Schilf, dem Adler gleich, der sich auf Beute stürzt.
Sie gleiten dahin, geschwind wie ein Boot, sie fliegen rascher als ein Adler, der sich auf die Beute stürzt.
Sage ich: Ich will meine Klage vergessen, meine Miene ändern und heiter blicken!,
Wenn ich mir sage: Jetzt will ich mein Klagen vergessen, will glücklich sein und mich freuen,
so graut mir vor all meinen Schmerzen. Ich weiß, du sprichst mich nicht frei.
dann packt mich doch die Angst, dass meine Schmerzen wiederkommen. O Gott, ich weiß es: Du hältst mich für schuldig!
Ich muss nun einmal schuldig sein, wozu mühe ich mich umsonst?
Ich bin ja schon verurteilt — wozu soll ich mich noch abmühen?
Wollte ich auch mit Schnee mich waschen, meine Hände mit Lauge reinigen,
Wenn ich meine Hände mit Schneewasser wüsche oder mit Lauge reinigte, als Zeichen meiner Unschuld,
du würdest mich doch in die Grube tauchen, sodass meinen Kleidern vor mir ekelt.
dann würdest du mich doch in eine Jauchegrube tauchen, dass sich selbst meine Kleider vor mir ekelten!
Denn er ist kein Mann wie ich, dem ich entgegnen könnte: Lasst uns zusammen zum Gericht gehen!
Wärst du ein Mensch wie ich, dann könnte ich dir antworten! Wir würden beide vor Gericht gehen, damit der Streit entschieden wird.
Es gibt keinen Schiedsmann zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legte.
Aber es gibt keinen, der zwischen dir und mir entscheidet und für Recht sorgt.
Er nehme von mir seine Rute, sein Schrecken soll mich nicht mehr ängstigen;
Hör auf, mich zu bestrafen! Halte deine Schrecken von mir fern!