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Parallellesung der Bibel
Lutherbibel
Auflage 2017
O daß ich wäre wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behütete;
Dass ich doch wäre wie in längst vergangenen Monden, wie in den Tagen, da mich Gott beschirmte,
da seine Leuchte über meinem Haupt schien und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging;
als seine Leuchte über meinem Haupt erstrahlte, in seinem Licht ich durch das Dunkel ging.
wie war ich in der Reife meines Lebens, da Gottes Geheimnis über meiner Hütte war;
So, wie ich in den Tagen meiner Frühzeit war, als Gottes Freundschaft über meinem Zelte stand,
da der Allmächtige doch mit mir war und meine Kinder um mich her;
als der Allmächtige noch mit mir war, meine Kinder mich umgaben,
da ich meine Tritte wusch in Butter und die Felsen mir Ölbäche gossen;
als meine Schritte sich in Milch gebadet, Bäche von Öl der Fels mir ergoss.
da ich ausging zum Tor in der Stadt und mir ließ meinen Stuhl auf der Gasse bereiten;
Ging ich durchs Tor zur Stadt hinauf, ließ ich auf dem Platz meinen Sitz aufstellen;
da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstanden;
sahen mich die Jungen, so traten sie scheu beiseite, die Alten standen auf und blieben stehen.
da die Obersten aufhörten zu reden und legten ihre Hand auf ihren Mund;
Fürsten hielten mit Reden sich zurück und legten ihre Hand auf ihren Mund.
da die Stimme der Fürsten sich verkroch und ihre Zunge an ihrem Gaumen klebte!
Der Edlen Stimme blieb stumm, am Gaumen klebte ihre Zunge.
Denn wessen Ohr mich hörte, der pries mich selig; und wessen Auge mich sah, der rühmte mich.
Hörte mich ein Ohr, pries es mich glücklich, das Auge, das mich sah, stimmte mir zu.
Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Helfer hatte.
Denn ich rettete den Armen, der schrie, die Waise, die ohne Helfer war.
Der Segen des, der verderben sollte, kam über mich; und ich erfreute das Herz der Witwe.
Der Segen des Verlorenen kam über mich und jubeln ließ ich der Witwe Herz.
Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Recht war mein fürstlicher Hut.
Ich bekleidete mich mit Gerechtigkeit, wie Mantel und Kopfbund umhüllte mich mein Recht.
Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fuß.
Auge war ich für den Blinden, dem Lahmen wurde ich zum Fuß.
Ich war ein Vater der Armen; und die Sache des, den ich nicht kannte, die erforschte ich.
Vater war ich für die Armen, des Unbekannten Rechtsstreit prüfte ich.
Ich zerbrach die Backenzähne des Ungerechten und riß den Raub aus seinen Zähnen.
Ich zerschmetterte des Bösen Kiefer, entriss die Beute seinen Zähnen.
Ich gedachte: »Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand.
So dachte ich: Mit meinem Nest werde ich verscheiden und gleich dem Phönix meine Tage mehren.
Meine Wurzel war aufgetan dem Wasser, und der Tau blieb über meinen Zweigen.
Meine Wurzel reiche bis an das Wasser, Tau nächtige auf meinen Zweigen.
Meine Herrlichkeit erneute sich immer an mir, und mein Bogen ward immer stärker in meiner Hand.
Neu bleibe mir meine Ehre, mein Bogen verjünge sich in meiner Hand.
Sie hörten mir zu und schwiegen und warteten auf meinen Rat.
Auf mich hörten sie und warteten, sie lauschten schweigend meinem Rat.
Nach meinen Worten redete niemand mehr, und meine Rede troff auf sie.
Nachdem ich gesprochen, ergriff keiner das Wort, es träufelte nieder auf sie meine Rede.
Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperrten ihren Mund auf als nach dem Spätregen.
Sie harrten auf mich wie auf Regen, sperrten den Mund wie nach Spätregen auf.
Wenn ich mit ihnen lachte, wurden sie nicht zu kühn darauf; und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer.
Lächelte ich denen zu, die ohne Vertrauen, sie wiesen das Leuchten meines Gesichts nicht ab.