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Parallellesung der Bibel

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Lutherbibel

Hoffnung für Alle

  • Hiob antwortete und sprach:
  • Hiob erwiderte:
  • Ja, ich weiß gar wohl, daß es also ist und daß ein Mensch nicht recht behalten mag gegen Gott.
  • »Das alles weiß ich doch schon längst! Nur eins verrate mir: Wie kann ein Mensch vor Gott sein Recht bekommen?
  • Hat er Lust, mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf 1000 nicht eins antworten.
  • Wenn er dich vor Gericht zieht und Anklage erhebt, weißt du auf tausend Fragen keine Antwort.
  • Er ist weise und mächtig; wem ist’s je gelungen, der sich wider ihn gelegt hat?
  • Gott ist weise, stark und mächtig! Wer hat sich je erfolgreich gegen ihn gestellt?
  • Er versetzt Berge, ehe sie es innewerden, die er in seinem Zorn umkehrt.
  • Ohne Vorwarnung verrückt er Berge, und wenn er zornig wird, zerstört er sie.
  • Er bewegt die Erde aus ihrem Ort, daß ihre Pfeiler zittern.
  • Er lässt die Erde zittern und beben, so dass ihre Säulen wanken.
  • Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne.
  • Er spricht nur ein Wort — schon verfinstert sich die Sonne, die Sterne dürfen nicht mehr leuchten.
  • Er breitet den Himmel aus allein und geht auf den Wogen des Meers.
  • Er allein hat den Himmel ausgebreitet, ist über die Wogen der Meere geschritten.
  • Er macht den Wagen am Himmel und Orion und die Plejaden und die Sterne gegen Mittag.
  • Den Großen Wagen hat er geschaffen, den Orion, das Siebengestirn und auch die Sternbilder des Südens.
  • Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist.
  • Er vollbringt gewaltige Taten; unzählbar sind seine Wunder, kein Mensch kann sie begreifen!
  • Siehe, er geht an mir vorüber, ehe ich’s gewahr werde, und wandelt vorbei, ehe ich’s merke.
  • Unbemerkt zieht er an mir vorüber; er geht vorbei, er streift mich, und ich nehme es gar nicht wahr!
  • Siehe, wenn er hinreißt, wer will ihm wehren? Wer will zu ihm sagen: Was machst du?
  • Niemand kann ihn hindern, wenn er etwas aus der Welt rafft. Wer wagt es, ihn zu fragen: ›Halt! Was tust du da?‹
  • Er ist Gott; seinen Zorn kann niemand stillen; unter ihn mußten sich beugen die Helfer Rahabs.
  • Gott lässt seinem Zorn freien Lauf; er unterwarf sich seine Feinde, die dem Meeresungeheuer halfen, als es sich ihm widersetzte.
  • Wie sollte ich denn ihm antworten und Worte finden gegen ihn?
  • Und ich? Was kann ich denn erwidern, mit welchen Worten ihm entgegentreten?
  • Wenn ich auch recht habe, kann ich ihm dennoch nicht antworten, sondern ich müßte um mein Recht flehen.
  • Auch wenn ich schuldlos wäre, könnte ich ihm nichts entgegnen, nein, ich müsste ihn als meinen Richter noch um Gnade anflehen!
  • Wenn ich ihn schon anrufe, und er mir antwortet, so glaube ich doch nicht, daß er meine Stimme höre.
  • Selbst wenn ich darauf drängte, dass er mir endlich eine Antwort gibt, würde er mich kaum beachten.
  • Denn er fährt über mich mit Ungestüm und macht mir der Wunden viel ohne Ursache.
  • Im Gegenteil: Er würde im Orkan mich packen und grundlos meine Qual vermehren.
  • Er läßt meinen Geist sich nicht erquicken, sondern macht mich voll Betrübnis.
  • Er gönnt mir keine Atempause und sättigt mich mit Bitterkeit.
  • Will man Macht, so ist er zu mächtig; will man Recht, wer will mein Zeuge sein?
  • Wollte ich meine Kraft mit ihm messen — er ist der Stärkere! Aber es geht ums Recht! Warum lädt er mich nicht vor, damit ich mich verteidigen kann?
  • Sage ich, daß ich gerecht bin, so verdammt er mich doch; bin ich unschuldig, so macht er mich doch zu Unrecht.
  • Selbst wenn ich recht hätte, würde Gott mich zum Geständnis zwingen; ich müsste mich vor ihm für schuldig erklären, auch wenn ich schuldlos wäre.
  • Ich bin unschuldig! ich frage nicht nach meiner Seele, begehre keines Lebens mehr.
  • Ja, ich bin unschuldig! Aber es ist mir völlig gleichgültig, so sehr hasse ich mein Leben!
  • Es ist eins, darum sage ich: Er bringt um beide, den Frommen und den Gottlosen.
  • Es ist alles einerlei; deshalb sage ich: Egal ob du gottlos bist oder fromm — er bringt dich doch um!
  • Wenn er anhebt zu geißeln, so dringt er alsbald zum Tod und spottet der Anfechtung der Unschuldigen.
  • Und wenn sein Schlag plötzlich Unschuldige trifft, dann spottet er noch über ihren Schmerz!
  • Das Land aber wird gegeben unter die Hand der Gottlosen, und der Richter Antlitz verhüllt er. Ist’s nicht also, wer anders sollte es tun?
  • Fällt ein Land Tyrannen in die Hände und werden alle Richter blind für das Recht, so hat Gott das getan! Wenn nicht er — wer sonst?
  • Meine Tage sind schneller gewesen denn ein Läufer; sie sind geflohen und haben nichts Gutes erlebt.
  • Meine Jahre sind vorbeigeeilt, schneller als ein Läufer, verschwunden sind sie ohne eine Spur von Glück.
  • Sie sind dahingefahren wie die Rohrschiffe, wie ein Adler fliegt zur Speise.
  • Sie gleiten dahin, geschwind wie ein Boot, sie fliegen rascher als ein Adler, der sich auf die Beute stürzt.
  • Wenn ich gedenke: Ich will meiner Klage vergessen und meine Gebärde lassen fahren und mich erquicken,
  • Wenn ich mir sage: Jetzt will ich mein Klagen vergessen, will glücklich sein und mich freuen,
  • so fürchte ich alle meine Schmerzen, weil ich weiß, daß du mich nicht unschuldig sein lässest.
  • dann packt mich doch die Angst, dass meine Schmerzen wiederkommen. O Gott, ich weiß es: Du hältst mich für schuldig!
  • Ich muß ja doch ein Gottloser sein; warum mühe ich mich denn so vergeblich?
  • Ich bin ja schon verurteilt — wozu soll ich mich noch abmühen?
  • Wenn ich mich gleich mit Schneewasser wüsche und reinigte meine Hände mit Lauge,
  • Wenn ich meine Hände mit Schneewasser wüsche oder mit Lauge reinigte, als Zeichen meiner Unschuld,
  • so wirst du mich doch tauchen in Kot, und so werden mir meine Kleider greulich anstehen.
  • dann würdest du mich doch in eine Jauchegrube tauchen, dass sich selbst meine Kleider vor mir ekelten!
  • Denn er ist nicht meinesgleichen, dem ich antworten könnte, daß wir vor Gericht miteinander kämen.
  • Wärst du ein Mensch wie ich, dann könnte ich dir antworten! Wir würden beide vor Gericht gehen, damit der Streit entschieden wird.
  • Es ist zwischen uns kein Schiedsmann, der seine Hand auf uns beide lege.
  • Aber es gibt keinen, der zwischen dir und mir entscheidet und für Recht sorgt.
  • Er nehme von mir seine Rute und lasse seinen Schrecken von mir,
  • Hör auf, mich zu bestrafen! Halte deine Schrecken von mir fern!
  • daß ich möge reden und mich nicht vor ihm fürchten dürfe; denn ich weiß, daß ich kein solcher bin.
  • Dann könnte ich endlich frei und furchtlos reden, denn ich bin mir keiner Schuld bewusst!«

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