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Möge Ihre Reise in die Welt der Heiligen Schrift fesselnd und inspirierend sein!
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Parallellesung der Bibel
Hoffnung für Alle
Lutherbibel
»Das alles weiß ich doch schon längst! Nur eins verrate mir: Wie kann ein Mensch vor Gott sein Recht bekommen?
Ja, ich weiß gar wohl, daß es also ist und daß ein Mensch nicht recht behalten mag gegen Gott.
Wenn er dich vor Gericht zieht und Anklage erhebt, weißt du auf tausend Fragen keine Antwort.
Hat er Lust, mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf 1000 nicht eins antworten.
Gott ist weise, stark und mächtig! Wer hat sich je erfolgreich gegen ihn gestellt?
Er ist weise und mächtig; wem ist’s je gelungen, der sich wider ihn gelegt hat?
Ohne Vorwarnung verrückt er Berge, und wenn er zornig wird, zerstört er sie.
Er versetzt Berge, ehe sie es innewerden, die er in seinem Zorn umkehrt.
Er lässt die Erde zittern und beben, so dass ihre Säulen wanken.
Er bewegt die Erde aus ihrem Ort, daß ihre Pfeiler zittern.
Er spricht nur ein Wort — schon verfinstert sich die Sonne, die Sterne dürfen nicht mehr leuchten.
Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne.
Er allein hat den Himmel ausgebreitet, ist über die Wogen der Meere geschritten.
Er breitet den Himmel aus allein und geht auf den Wogen des Meers.
Den Großen Wagen hat er geschaffen, den Orion, das Siebengestirn und auch die Sternbilder des Südens.
Er macht den Wagen am Himmel und Orion und die Plejaden und die Sterne gegen Mittag.
Er vollbringt gewaltige Taten; unzählbar sind seine Wunder, kein Mensch kann sie begreifen!
Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist.
Unbemerkt zieht er an mir vorüber; er geht vorbei, er streift mich, und ich nehme es gar nicht wahr!
Siehe, er geht an mir vorüber, ehe ich’s gewahr werde, und wandelt vorbei, ehe ich’s merke.
Niemand kann ihn hindern, wenn er etwas aus der Welt rafft. Wer wagt es, ihn zu fragen: ›Halt! Was tust du da?‹
Siehe, wenn er hinreißt, wer will ihm wehren? Wer will zu ihm sagen: Was machst du?
Gott lässt seinem Zorn freien Lauf; er unterwarf sich seine Feinde, die dem Meeresungeheuer halfen, als es sich ihm widersetzte.
Er ist Gott; seinen Zorn kann niemand stillen; unter ihn mußten sich beugen die Helfer Rahabs.
Und ich? Was kann ich denn erwidern, mit welchen Worten ihm entgegentreten?
Wie sollte ich denn ihm antworten und Worte finden gegen ihn?
Auch wenn ich schuldlos wäre, könnte ich ihm nichts entgegnen, nein, ich müsste ihn als meinen Richter noch um Gnade anflehen!
Wenn ich auch recht habe, kann ich ihm dennoch nicht antworten, sondern ich müßte um mein Recht flehen.
Selbst wenn ich darauf drängte, dass er mir endlich eine Antwort gibt, würde er mich kaum beachten.
Wenn ich ihn schon anrufe, und er mir antwortet, so glaube ich doch nicht, daß er meine Stimme höre.
Im Gegenteil: Er würde im Orkan mich packen und grundlos meine Qual vermehren.
Denn er fährt über mich mit Ungestüm und macht mir der Wunden viel ohne Ursache.
Er gönnt mir keine Atempause und sättigt mich mit Bitterkeit.
Er läßt meinen Geist sich nicht erquicken, sondern macht mich voll Betrübnis.
Wollte ich meine Kraft mit ihm messen — er ist der Stärkere! Aber es geht ums Recht! Warum lädt er mich nicht vor, damit ich mich verteidigen kann?
Will man Macht, so ist er zu mächtig; will man Recht, wer will mein Zeuge sein?
Selbst wenn ich recht hätte, würde Gott mich zum Geständnis zwingen; ich müsste mich vor ihm für schuldig erklären, auch wenn ich schuldlos wäre.
Sage ich, daß ich gerecht bin, so verdammt er mich doch; bin ich unschuldig, so macht er mich doch zu Unrecht.
Ja, ich bin unschuldig! Aber es ist mir völlig gleichgültig, so sehr hasse ich mein Leben!
Ich bin unschuldig! ich frage nicht nach meiner Seele, begehre keines Lebens mehr.
Es ist alles einerlei; deshalb sage ich: Egal ob du gottlos bist oder fromm — er bringt dich doch um!
Es ist eins, darum sage ich: Er bringt um beide, den Frommen und den Gottlosen.
Und wenn sein Schlag plötzlich Unschuldige trifft, dann spottet er noch über ihren Schmerz!
Wenn er anhebt zu geißeln, so dringt er alsbald zum Tod und spottet der Anfechtung der Unschuldigen.
Fällt ein Land Tyrannen in die Hände und werden alle Richter blind für das Recht, so hat Gott das getan! Wenn nicht er — wer sonst?
Das Land aber wird gegeben unter die Hand der Gottlosen, und der Richter Antlitz verhüllt er. Ist’s nicht also, wer anders sollte es tun?
Meine Jahre sind vorbeigeeilt, schneller als ein Läufer, verschwunden sind sie ohne eine Spur von Glück.
Meine Tage sind schneller gewesen denn ein Läufer; sie sind geflohen und haben nichts Gutes erlebt.
Sie gleiten dahin, geschwind wie ein Boot, sie fliegen rascher als ein Adler, der sich auf die Beute stürzt.
Sie sind dahingefahren wie die Rohrschiffe, wie ein Adler fliegt zur Speise.
Wenn ich mir sage: Jetzt will ich mein Klagen vergessen, will glücklich sein und mich freuen,
Wenn ich gedenke: Ich will meiner Klage vergessen und meine Gebärde lassen fahren und mich erquicken,
dann packt mich doch die Angst, dass meine Schmerzen wiederkommen. O Gott, ich weiß es: Du hältst mich für schuldig!
so fürchte ich alle meine Schmerzen, weil ich weiß, daß du mich nicht unschuldig sein lässest.
Ich bin ja schon verurteilt — wozu soll ich mich noch abmühen?
Ich muß ja doch ein Gottloser sein; warum mühe ich mich denn so vergeblich?
Wenn ich meine Hände mit Schneewasser wüsche oder mit Lauge reinigte, als Zeichen meiner Unschuld,
Wenn ich mich gleich mit Schneewasser wüsche und reinigte meine Hände mit Lauge,
dann würdest du mich doch in eine Jauchegrube tauchen, dass sich selbst meine Kleider vor mir ekelten!
so wirst du mich doch tauchen in Kot, und so werden mir meine Kleider greulich anstehen.
Wärst du ein Mensch wie ich, dann könnte ich dir antworten! Wir würden beide vor Gericht gehen, damit der Streit entschieden wird.
Denn er ist nicht meinesgleichen, dem ich antworten könnte, daß wir vor Gericht miteinander kämen.
Aber es gibt keinen, der zwischen dir und mir entscheidet und für Recht sorgt.
Es ist zwischen uns kein Schiedsmann, der seine Hand auf uns beide lege.
Hör auf, mich zu bestrafen! Halte deine Schrecken von mir fern!
Er nehme von mir seine Rute und lasse seinen Schrecken von mir,