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Parallellesung der Bibel
Auflage 2017
Hoffnung für Alle
Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat durch die Rute seines Grimms.
Seht mich an — wie viel Elend muss ich ertragen! Ich bin der Mann, den Gott mit seiner Rute schlägt.
Er hat mich getrieben und gedrängt in Finsternis, nicht ins Licht.
Voller Zorn hat er mich fortgejagt und immer tiefer in die Finsternis getrieben.
Täglich von Neuem kehrt er die Hand nur gegen mich.
Gegen mich sind seine Hiebe gerichtet, den ganzen Tag trifft mich seine strafende Hand.
Er zehrte aus mein Fleisch und meine Haut, zerbrach meine Glieder,
Davon bin ich abgemagert und krank geworden; all meine Knochen hat er mir zerschlagen.
umbaute und umschloss mich mit Gift und Erschöpfung.
Bitteres Leid und Trauer haben mich überwältigt, Gott selbst hat mich darin eingeschlossen.
Im Finstern ließ er mich wohnen wie längst Verstorbene.
In völliger Dunkelheit lässt er mich zurück, als wäre ich schon lange tot.
Er hat mich ummauert, ich kann nicht entrinnen. Er hat mich in schwere Fesseln gelegt.
Mit schweren Ketten hat er mich gefesselt und mein Gefängnis mit hohen Mauern umgeben.
Wenn ich auch schrie und flehte, er versperrte den Weg meinem Gebet.
Wenn ich schreie und um Hilfe rufe, so verschließt er sich meinem Gebet.
Mit Quadern hat er mir die Wege verriegelt, meine Pfade irregeleitet.
Wohin ich mich wende, jeder Weg ist versperrt — Gott lässt mich nicht entkommen!
Ein lauernder Bär war er mir, ein Löwe im Versteck.
Er hat mir aufgelauert wie ein Bär, wie ein Löwe in seinem Versteck.
Er ließ meine Wege sich verstricken, machte mich regungslos und einsam.
Er hat mich vom Weg abgedrängt, mich zerfleischt und hilflos liegen lassen.
Er spannte den Bogen und stellte mich hin als Ziel für den Pfeil.
Er spannte seinen Bogen und zielte mit seinen Pfeilen auf mich.
In die Nieren ließ er mir dringen die Geschosse seines Köchers.
Immer wieder griff er in seinen Köcher und schoss mir mitten durchs Herz.
Ein Gelächter war ich all meinem Volk, ihr Spottlied den ganzen Tag.
Mein Volk verlacht mich Tag für Tag, sie singen Spottlieder auf mich.
Er speiste mich mit bitterer Kost und tränkte mich mit Wermut.
Gott reicht mir bittere Kräuter zu essen und füllt mir den Becher mit Wermut.
Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen, er drückte mich in den Staub.
Er gibt mir Steine statt Brot, er tritt mich tief in den Staub.
Du hast mich aus dem Frieden hinausgestoßen; ich habe vergessen, was Glück ist.
Was Frieden und Glück ist, weiß ich nicht mehr. Du, Herr, hast mir alles genommen.
Ich sprach: Dahin ist mein Glanz und mein Vertrauen auf den HERRN.
Darum sagte ich: »Meine Kraft ist geschwunden, und meine Hoffnung auf den HERRN ist dahin.
An meine Not und Unrast denken ist Wermut und Gift.
Meine Not ist groß, ich habe keine Heimat mehr. Schon der Gedanke daran macht mich bitter und krank.
Immer denkt meine Seele daran und ist betrübt in mir.
Und doch muss ich ständig daran denken und bin vor lauter Grübeln am Boden zerstört.«
Das will ich mir zu Herzen nehmen, darauf darf ich harren:
Aber eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich trotz allem fest:
Die Huld des HERRN ist nicht erschöpft, sein Erbarmen ist nicht zu Ende.
Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf,
Neu ist es an jedem Morgen; groß ist deine Treue.
es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!
Mein Anteil ist der HERR, sagt meine Seele, darum harre ich auf ihn.
Darum setze ich meine Hoffnung auf ihn, der HERR ist alles, was ich brauche.
Gut ist der HERR zu dem, der auf ihn hofft, zur Seele, die ihn sucht.
Denn der HERR ist gut zu dem, der ihm vertraut und ihn von ganzem Herzen sucht.
Gut ist es, schweigend zu harren auf die Hilfe des HERRN.
Darum ist es das Beste, geduldig zu sein und auf die Hilfe des HERRN zu warten.
Gut ist es für den Mann, ein Joch zu tragen in der Jugend.
Und es ist gut für einen Menschen, wenn er schon früh lernt, Schweres zu tragen.
Er sitze einsam und schweige, wenn der HERR es ihm auflegt.
Wenn Gott ihm die Last auferlegt, soll er es annehmen und nicht aufbegehren.
Er beuge in den Staub seinen Mund; vielleicht ist noch Hoffnung.
Demütig beuge er sich tief in den Staub, vielleicht gibt es ja noch Hoffnung für ihn.
Er biete die Wange dem, der ihn schlägt, und lasse sich sättigen mit Schmach.
Wenn man ihn schlägt, soll er die Wange hinhalten und die Demütigung still ertragen.
Denn nicht für immer verwirft der Herr.
Denn wenn der Herr einen Menschen verstößt, dann tut er es nicht für immer und ewig.
Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder nach seiner großen Huld.
Er lässt ihn zwar leiden, aber erbarmt sich auch wieder, denn seine Gnade und Liebe ist groß.
Denn nicht freudigen Herzens plagt und betrübt er die Menschenkinder.
Wenn er strafen muss, hat er keine Freude daran, sondern das Leid seiner Kinder schmerzt ihn auch selbst.
Dass man mit Füßen tritt alle Gefangenen des Landes,
Es gibt so viel Unrecht in diesem Land: Die Gefangenen werden mit Füßen getreten,
dass man das Recht des Mannes beugt vor dem Antlitz des Höchsten,
vor den Augen des höchsten Gottes bringt man Unschuldige um ihr Recht.
dass man im Rechtsstreit den Menschen bedrückt, sollte der Herr das nicht sehen?
Vor Gericht wird gelogen und betrogen — meint ihr etwa, der Herr sieht das nicht?
Wer hat gesprochen und es geschah? Hat nicht der Herr es geboten?
Wer kann etwas geschehen lassen, wenn der Herr es nicht befiehlt?
Geht nicht hervor aus des Höchsten Mund das Gute wie auch das Böse?
Alles Glück haben wir ihm zu verdanken, und genauso kommt das Unglück aus seiner Hand.
Wie dürfte denn ein Lebender klagen, ein Mann über seine Sünden?
Solange wir leben, brauchen wir uns nicht zu beklagen. Sind es nicht unsere Sünden, für die Gott uns bestraft?
Prüfen wir unsre Wege, erforschen wir sie und kehren wir um zum HERRN!
Kommt, wir wollen unser Leben sorgfältig prüfen und wieder zurückkehren zum HERRN!
Erheben wir unser Herz samt den Händen zu Gott im Himmel!
Ihm wollen wir unsere Herzen öffnen, zu unserem Gott im Himmel die Hände erheben:
Wir haben gesündigt und uns widersetzt; du hast nicht vergeben.
»Herr, wir haben gesündigt und dir die Treue gebrochen — und das hast du uns nicht vergeben!
Du hast uns in Zorn gehüllt und verfolgt, getötet und nicht geschont.
Stattdessen hast du dich in Zorn gehüllt, du hast uns verfolgt und erbarmungslos getötet!
Du hast dich in Wolken gehüllt, kein Gebet kann sie durchstoßen.
In einer dichten Wolke hast du dich verborgen, kein Gebet konnte mehr zu dir durchdringen.
Zu Unrat und Auswurf hast du uns gemacht inmitten der Völker.
Du hast dafür gesorgt, dass die Völker uns wie Dreck behandeln, zum Abschaum der Menschheit sind wir geworden.
Ihren Mund rissen gegen uns auf all unsre Feinde.
Unsere Feinde stecken die Köpfe zusammen und zerreißen sich das Maul über uns.
Grauen und Grube wurde uns zuteil, Verwüstung und Verderben.
Angst und Schrecken haben uns gepackt, überall erlebten wir Zerstörung und Tod.«
Tränenströme vergießt mein Auge über den Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes.
Mein geliebtes Volk ist dem Untergang nahe, darum muss ich hemmungslos weinen.
Mein Auge ergießt sich und ruht nicht; es hört nicht auf,
Unaufhörlich fließen meine Tränen. Ich werde so lange keine Ruhe finden,
bis der HERR vom Himmel her sieht und schaut.
bis der HERR vom Himmel herabschaut und unser Schicksal endlich beachtet.
Mein Auge schmerzt mich wegen all der Töchter meiner Stadt.
Mir bricht das Herz, wenn ich sehe, wie es den Frauen in der Stadt ergeht.
Wie auf einen Vogel machten sie Jagd auf mich, die ohne Grund meine Feinde sind.
Ich habe meinen Feinden nichts getan, doch sie haben mich gefangen wie einen Vogel.
Sie stürzten in die Grube mein Leben und warfen Steine auf mich.
Sie stürzten mich lebend in einen Brunnen und warfen Steine auf mich herab.
Das Wasser ging mir über den Kopf; ich sagte: Ich bin verloren.
Das Wasser schlug über mir zusammen, und ich dachte schon: »Das ist das Ende!«
Da rief ich deinen Namen, HERR, tief unten aus der Grube.
Da schrie ich zu dir um Hilfe, o HERR, tief unten aus der Grube flehte ich dich an,
Du hörtest meine Stimme: Verschließ nicht dein Ohr vor meinem Seufzen, meinem Schreien!
deine Ohren nicht vor mir zu verschließen. Und wirklich: Du hast mich erhört!
Du warst nahe am Tag, da ich dich rief; du sagtest: Fürchte dich nicht!
Als ich rief, kamst du mir ganz nahe und sprachst: »Fürchte dich nicht!«
Du, Herr, hast meine Sache geführt, hast mein Leben erlöst.
Herr, du bist für mich eingetreten und hast mein Leben gerettet.
Du, HERR, hast meine Bedrückung gesehen. Verschaffe mir Recht!
Du weißt, wie viel Unrecht ich erleiden musste. HERR, schaffe du mir nun Recht!
Du hast gesehen ihre ganze Rachgier, all ihr Planen gegen mich.
Du kennst die Rachsucht meiner Feinde und die Pläne, die sie gegen mich schmieden.
Du hast ihr Schmähen gehört, o HERR, all ihr Planen gegen mich.
HERR, du hast gehört, wie sie mich schmähen, ihre finsteren Intrigen sind dir nicht verborgen.
Das Denken und Reden meiner Gegner ist gegen mich den ganzen Tag.
Tagein, tagaus verhöhnen sie mich, immer ziehen sie über mich her.
Blick auf ihr Sitzen und Stehen! Ein Spottlied bin ich für sie.
Sieh sie dir an und hör doch die Spottlieder, die sie von früh bis spät über mich singen!
Vergilt ihnen, HERR, nach dem Tun ihrer Hände!
Ich bitte dich: Vergelte es ihnen, o HERR! Gib ihnen den gerechten Lohn für ihre Taten!
Gib ihnen ein verhärtetes Herz! Dein Fluch über sie!
Lass ihre Herzen hart und verblendet sein, ja, möge dein Fluch über sie kommen!