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Parallellesung der Bibel
Hoffnung für Alle
Lutherbibel
Seht mich an — wie viel Elend muss ich ertragen! Ich bin der Mann, den Gott mit seiner Rute schlägt.
Ich bin ein elender Mann, der die Rute seines Grimmes sehen muß.
Voller Zorn hat er mich fortgejagt und immer tiefer in die Finsternis getrieben.
Er hat mich geführt und lassen gehen in die Finsternis und nicht ins Licht.
Gegen mich sind seine Hiebe gerichtet, den ganzen Tag trifft mich seine strafende Hand.
Er hat seine Hand gewendet wider mich und handelt gar anders mit mir für und für.
Davon bin ich abgemagert und krank geworden; all meine Knochen hat er mir zerschlagen.
Er hat mir Fleisch und Haut alt gemacht und mein Gebein zerschlagen.
Bitteres Leid und Trauer haben mich überwältigt, Gott selbst hat mich darin eingeschlossen.
Er hat mich verbaut und mich mit Galle und Mühe umgeben.
In völliger Dunkelheit lässt er mich zurück, als wäre ich schon lange tot.
Er hat mich in Finsternis gelegt wie die, so längst tot sind.
Mit schweren Ketten hat er mich gefesselt und mein Gefängnis mit hohen Mauern umgeben.
Er hat mich vermauert, daß ich nicht heraus kann, und mich in harte Fesseln gelegt.
Wenn ich schreie und um Hilfe rufe, so verschließt er sich meinem Gebet.
Und wenn ich gleich schreie und rufe, so stopft er die Ohren zu vor meinem Gebet.
Wohin ich mich wende, jeder Weg ist versperrt — Gott lässt mich nicht entkommen!
Er hat meinen Weg vermauert mit Werkstücken und meinen Steig umgekehrt.
Er hat mir aufgelauert wie ein Bär, wie ein Löwe in seinem Versteck.
Er hat auf mich gelauert wie ein Bär, wie ein Löwe im Verborgenen.
Er hat mich vom Weg abgedrängt, mich zerfleischt und hilflos liegen lassen.
Er läßt mich des Weges fehlen. Er hat mich zerstückt und zunichte gemacht.
Er spannte seinen Bogen und zielte mit seinen Pfeilen auf mich.
Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeil zum Ziel gesteckt.
Immer wieder griff er in seinen Köcher und schoss mir mitten durchs Herz.
Er hat aus dem Köcher in meine Nieren schießen lassen.
Mein Volk verlacht mich Tag für Tag, sie singen Spottlieder auf mich.
Ich bin ein Spott allem meinem Volk und täglich ihr Liedlein.
Gott reicht mir bittere Kräuter zu essen und füllt mir den Becher mit Wermut.
Er hat mich mit Bitterkeit gesättigt und mit Wermut getränkt.
Er gibt mir Steine statt Brot, er tritt mich tief in den Staub.
Er hat meine Zähne zu kleinen Stücken zerschlagen. Er wälzt mich in der Asche.
Was Frieden und Glück ist, weiß ich nicht mehr. Du, Herr, hast mir alles genommen.
Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich muß des Guten vergessen.
Darum sagte ich: »Meine Kraft ist geschwunden, und meine Hoffnung auf den HERRN ist dahin.
Ich sprach: Mein Vermögen ist dahin und meine Hoffnung auf den HERRN.
Meine Not ist groß, ich habe keine Heimat mehr. Schon der Gedanke daran macht mich bitter und krank.
Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen, mit Wermut und Galle getränkt bin!
Und doch muss ich ständig daran denken und bin vor lauter Grübeln am Boden zerstört.«
Du wirst ja daran gedenken; denn meine Seele sagt mir’s.
Aber eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich trotz allem fest:
Das nehme ich zu Herzen, darum hoffe ich noch:
Die Güte des HERRN hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf,
Die Güte des HERRN ist’s, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende,
es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!
sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
Darum setze ich meine Hoffnung auf ihn, der HERR ist alles, was ich brauche.
Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
Denn der HERR ist gut zu dem, der ihm vertraut und ihn von ganzem Herzen sucht.
Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt.
Darum ist es das Beste, geduldig zu sein und auf die Hilfe des HERRN zu warten.
Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.
Und es ist gut für einen Menschen, wenn er schon früh lernt, Schweres zu tragen.
Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Jugend trage;
Wenn Gott ihm die Last auferlegt, soll er es annehmen und nicht aufbegehren.
daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt,
Demütig beuge er sich tief in den Staub, vielleicht gibt es ja noch Hoffnung für ihn.
und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung warte
Wenn man ihn schlägt, soll er die Wange hinhalten und die Demütigung still ertragen.
und lasse sich auf die Backen schlagen und viel Schmach anlegen.
Denn wenn der Herr einen Menschen verstößt, dann tut er es nicht für immer und ewig.
Denn der HERR verstößt nicht ewiglich;
Er lässt ihn zwar leiden, aber erbarmt sich auch wieder, denn seine Gnade und Liebe ist groß.
sondern er betrübt wohl, und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
Wenn er strafen muss, hat er keine Freude daran, sondern das Leid seiner Kinder schmerzt ihn auch selbst.
Denn er nicht von Herzen die Menschen plagt und betrübt,
Es gibt so viel Unrecht in diesem Land: Die Gefangenen werden mit Füßen getreten,
als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten
vor den Augen des höchsten Gottes bringt man Unschuldige um ihr Recht.
und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen
Vor Gericht wird gelogen und betrogen — meint ihr etwa, der Herr sieht das nicht?
und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der HERR nicht.
Wer kann etwas geschehen lassen, wenn der Herr es nicht befiehlt?
Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HERRN Befehl
Alles Glück haben wir ihm zu verdanken, und genauso kommt das Unglück aus seiner Hand.
und daß nicht Böses und Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten?
Solange wir leben, brauchen wir uns nicht zu beklagen. Sind es nicht unsere Sünden, für die Gott uns bestraft?
Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde!
Kommt, wir wollen unser Leben sorgfältig prüfen und wieder zurückkehren zum HERRN!
Und laßt uns erforschen und prüfen unser Wesen und uns zum HERRN bekehren!
Ihm wollen wir unsere Herzen öffnen, zu unserem Gott im Himmel die Hände erheben:
Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel!
»Herr, wir haben gesündigt und dir die Treue gebrochen — und das hast du uns nicht vergeben!
Wir, wir haben gesündigt und sind ungehorsam gewesen; darum hast du billig nicht verschont;
Stattdessen hast du dich in Zorn gehüllt, du hast uns verfolgt und erbarmungslos getötet!
sondern du hast uns mit Zorn überschüttet und verfolgt und ohne Barmherzigkeit erwürgt.
In einer dichten Wolke hast du dich verborgen, kein Gebet konnte mehr zu dir durchdringen.
Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte.
Du hast dafür gesorgt, dass die Völker uns wie Dreck behandeln, zum Abschaum der Menschheit sind wir geworden.
Du hast uns zu Kot und Unflat gemacht unter den Völkern.
Unsere Feinde stecken die Köpfe zusammen und zerreißen sich das Maul über uns.
Alle unsre Feinde sperren ihr Maul auf wider uns.
Angst und Schrecken haben uns gepackt, überall erlebten wir Zerstörung und Tod.«
Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst.
Mein geliebtes Volk ist dem Untergang nahe, darum muss ich hemmungslos weinen.
Meine Augen rinnen mit Wasserbächen über den Jammer der Tochter meines Volks.
Unaufhörlich fließen meine Tränen. Ich werde so lange keine Ruhe finden,
Meine Augen fließen und können nicht ablassen; denn es ist kein Aufhören da,
bis der HERR vom Himmel herabschaut und unser Schicksal endlich beachtet.
bis der HERR vom Himmel herabschaue und sehe darein.
Mir bricht das Herz, wenn ich sehe, wie es den Frauen in der Stadt ergeht.
Mein Auge frißt mir das Leben weg um die Töchter meiner Stadt.
Ich habe meinen Feinden nichts getan, doch sie haben mich gefangen wie einen Vogel.
Meine Feinde haben mich gehetzt wie einen Vogel ohne Ursache;
Sie stürzten mich lebend in einen Brunnen und warfen Steine auf mich herab.
sie haben mein Leben in einer Grube schier umgebracht und Steine auf mich geworfen;
Das Wasser schlug über mir zusammen, und ich dachte schon: »Das ist das Ende!«
sie haben mein Haupt mit Wasser überschüttet; da sprach ich: Nun bin ich gar dahin.
Da schrie ich zu dir um Hilfe, o HERR, tief unten aus der Grube flehte ich dich an,
Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube,
deine Ohren nicht vor mir zu verschließen. Und wirklich: Du hast mich erhört!
und du erhörtest meine Stimme: Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien!
Als ich rief, kamst du mir ganz nahe und sprachst: »Fürchte dich nicht!«
Du nahest dich zu mir, wenn ich dich anrufe, und sprichst: Fürchte dich nicht!
Herr, du bist für mich eingetreten und hast mein Leben gerettet.
Du führest, HERR, die Sache meiner Seele und erlösest mein Leben.
Du weißt, wie viel Unrecht ich erleiden musste. HERR, schaffe du mir nun Recht!
Du siehest, HERR, wie mir so Unrecht geschieht; hilf mir zu meinem Recht!
Du kennst die Rachsucht meiner Feinde und die Pläne, die sie gegen mich schmieden.
Du siehest alle ihre Rache und alle ihre Gedanken wider mich.
HERR, du hast gehört, wie sie mich schmähen, ihre finsteren Intrigen sind dir nicht verborgen.
HERR, du hörest ihr Schmähen und alle ihre Gedanken über mich,
Tagein, tagaus verhöhnen sie mich, immer ziehen sie über mich her.
die Lippen meiner Widersacher und ihr Dichten wider mich täglich.
Sieh sie dir an und hör doch die Spottlieder, die sie von früh bis spät über mich singen!
Schaue doch, sie sitzen oder stehen auf, so singen sie von mir ein Liedlein.
Ich bitte dich: Vergelte es ihnen, o HERR! Gib ihnen den gerechten Lohn für ihre Taten!
Vergilt ihnen, HERR, wie sie verdient haben!
Lass ihre Herzen hart und verblendet sein, ja, möge dein Fluch über sie kommen!
Laß ihnen das Herz erschrecken, laß sie deinen Fluch fühlen!